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REVEREND, VERDICT, BLACK ABYSS
Aschaffenburg, Jukuz 13.12.2002

Seit fünf Jahren veranstaltet die Aschaffenburger Metal Mafia im örtlichen Jugend- und Kulturzentrum mehrmals im Jahr zu fairen Preisen ihre Konzerte. Zum Jubiläum hat man sich dieses mal REVEREND, die Band des Ex-METAL CHURCH Shouters David Wayne ins Haus geholt. Als Support wurden die Schwaben BLACK ABYSS sowie die aus dem Raum Miltenberg stammenden VERDICT verpflichtet.

Black Abyss

Black AbyssAn diesem Abend war ich etwas spät dran und habe daher von BLACK ABYSS, die den Abend einläuteten, nur noch die letzten beiden Stücke mit bekommen. Schade, denn der Power Metal der von der Bühne herunter dröhnte, kam nicht schlecht. Auf die Frage wie denn der Auftritt gewesen sei, bekam ich jedoch unterschiedliche Meinungen zu hören, die von „kannste vergessen“ bis „ging geil ab“ reichten.




Verdict

Nun denn! Als nächstes betraten VERDICT die Bühne und ich freute mich schon auf eine gehörige Thrash Packung. Und die gab's dann auch. Von Anfang an ließen es VERDICT richtig krachen und machten ordentlich Stimmung. Die Kerls spielten sich die Seele aus dem Leib und lieferten neben einem ordentlichen Metal Brett eine gute Show, wobei mich Sänger Daniel Baptista irgendwie an Paul Bailoff erinnerte. VERDICT spielten Material ihrer CD „Reflections Of Pain“, wobei gerade die schnellen Nummern wie „Sick Society“ oder „New War“ richtig abgingen. Mit „On The Run“ und einem zweiten Titel, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, stellten die Thrasher zwei neue Stücke vor, die ebenfalls mächtig fett daher kommen und neugierig aufs nächste Album machen. Nach etwa dreißig Minuten war's dann trotz lautstarker Zugabe Rufen auch schon wieder vorbei. Und so zog es mich zwecks körperlicher Erfrischung erst mal wieder nach draußen.Dave




Reverend



ReverendEtwa zwanzig Minuten später betraten dann so langsam REVEREND die Bühne. Also trottete auch ich in diese Richtung, um mir die Sache etwas genauer an zu sehen. Da ich METAL CHURCH eigentlich schon immer recht gut fand und bisher noch nichts von REVEREND gehört hatte, rechnete ich hier mit ähnlicher Mucke. Ich hatte zwar den Eindruck, als würde die Band noch auf etwas warten, denn irgendwie standen alle ein wenig hilflos herum. Aber schließlich fingen sie dann doch an zu spielen. Der Sound kam auch nicht schlecht, aber was war mit der Band los? David Wayne, in schwarz und mit Nietenarmbändern bis zum Ellenbogen, stand steif und leblos da, als hätte er eine Dachlatte im Arsch, ließ den Kopf hängen und hielt sich das Micro mit beiden Händen vor den Mund, in dass er dann teilnahmslos seine Texte lallte. In dieser Stellung verbrachte er dann auch den größten Teil des Gigs. Aber auch der Rest der Band stand gelangweilt herum und bediente lustlos seine Instrumente. Allein Gitarrist Davey Lee hampelte ein wenig herum und versuchte den Karren noch irgendwie aus dem Dreck zu ziehen und ein bisschen Stimmung zu heucheln. Leider vergebliche Mühe, denn anscheinend wollte sich keiner der anderen davon anstecken lassen. Als dieser nach der zweiten Nummer die Gitarre wechselte, war das wie eine peinliche Sprechpause. Da diese dem guten Wayne anscheinend doch zu lang wurde, überwand er sich dazu, das Publikum in deutsch mit einem müden „Hallo (erst mal, ich weis nicht ob sie's wussten?) wie geht's, Reverendwas is los?“ zu begrüßen. „Was los is könnt ich dich fragen du Pfeife. Ist dir Holland nicht bekommen oder was?“ schoss mir durch den Kopf. Denn was Prinz Valium und seine Mannen hier ablieferten war performancetechnisch einfach ein Witz. Da steckt ja selbst im tattrigen Papst noch mehr Leben als in dieser Schlafmütze David Wayne. Komischerweise war das den Leuten in den ersten Reihen anscheinend egal, denn die schienen sich köstlich zu amüsieren und bangten sich die Schädel weich. Na ja, die Mucke war ja auch nicht wirklich verkehrt. Als ich nach einiger Zeit nur kurz den Getränkestand aufsuchen wollte, traf ich unterwegs noch einige bekannte zu einem kleinen Schnack. Und eh ich mich versah, kam der Mob auch schon wieder aus der Halle. Was denn schon vorbei, ich wollt mir doch noch den Rest ansehen. Hat doch gerade erst angefangen. Nicht zu glauben, da spielen VERDICT keine Zugaben, weil angeblich nicht mehr genug Zeit war, und dann schnüren REVEREND schon nach einer halben Stunde ihr Päckchen. Was war denn das?

Ich weiß nicht, was mit den Burschen an diesem Abend los war, denn als ich die Website der Band danach besuchte, fand ich doch tatsächlich auch Fotos, auf denen sie sich zu bewegen schienen. Vielleicht hatten sie einfach einen schlechten Tag. Aber ich hab schon Bands gesehen, die sich selbst an ihren schlechtesten Tagen wenigstens noch ein bisschen Mühe gaben. Gerüchte besagen, dass Backstage ein ziemlich intensives Aroma geherrscht haben soll, aber das sollte solch gestandenen Musikern wie David Wayne und seine Gesellen doch auch nicht aus der Bahn werfen. Jedenfalls nicht so. Und während VERDICT mal wieder auf ganzer Linie überzeugen konnten, werde ich das Trauerspiel von REVEREND einstweilen unter 'ganz neue Erfahrung' einordnen. Ob ich mir Die in Zukunft noch mal geben werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Sieht aber im Moment nicht gut aus.



Thomas

Pics stammen von den jeweiligen Bandpages.


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