METAL MEETING 13Das Haus Ludwigshafen, 26. April 2003Und so sollte es mal wieder geschehen, dass sich langhaarige Kreaturen an einem traditionsreichen Orte zusammenfinden, um viel Alkohol in ihre Köpfe zu schütten und jene kräftigst kreisen zu lassen... kurzum... am 26. Apil war es mal wieder soweit, dass das Metal Meeting der Warriors of Steel, ein mittlerweile bekanntes und beliebtes Event, in die 13. Runde ging. Schon beim ersten Blick auf den Flyer viel einst auf, dass die Bandzusammensetzung dieses Mal sehr einseitig war. Mit KARKADAN, VERDICT, NECRONOMICON, AGATHODAIMON und DESASTER wurden nur hartgesottene Gesellen aus dem Black- und Thrash Metal Bereich ins Haus geholt, was dem einen oder anderen sicherlich nicht sonderlich gefallen hat. Was aber nichts daran ändert, dass die Bandauswahl erstklassig war (anfangs habe ich das nur teilweise gedacht) und sich kein einziges faules Ei auf der Bühne wiederfand. Die Location war mir schon bestens vertraut und konnte von 16:00 bis 19:00 wieder mit einem umfangreichen Metal Markt, sowie mit einer Open End Aftershowparty daherkommen, welcher ich leider nicht beiwohnen konnte. Ich muss zugeben, dass ich von dem Billing bis auf Ausnahmen erstmal nicht sonderlich begeistert war, aber der spätere Eindruck erwies sich als besonders positiv. KARKADAN hatten uns vor geraumer Zeit einmal ihre Scheibe zugeschickt, die allerdings Barney besprochen hat. So war mir die Combo nur vom Namen her ein Begriff und ich war recht gespannt, was mich erwarten würde. Was das Publikum dann geboten bekommen hat, war erste Sahne. Die Band war äußerst spielfreudig und lebendig, sowie der musikalische Faktor auch im oberen grünen Bereich angesiedelt war. Abwechslungsreicher Black Metal, der von der alten Schule und Thrash Einflüssen geprägt ist, geschickt eingewobene Breaks und knallharter Sound, der für Stimmung sorgte und einen großen Teil des Publikums direkt anziehen konnte. Ein sehr guter Opener, zu dem ich nur gute Worte von mir geben kann. Aber einen schüchternen Sänger haben die Herren, der nur verlegen lächelte, als ich ihm zu seinem Auftritt gratulierte - oder hatte ich zu dem Zeitpunkt schon so eine Fahne und lallte so vor mich hin, dass ich ihn abschreckte? *g*
Da gab es einige Bands, auf deren Show ich mich genaz besonders gefreut hatte. So ein Beispiel sind VERDICT, die mit ihrer Scheibe "Reflections Of Pain" ein hammerhartes, richtig geiles Album geliefert haben, weswegen es mich schon immer geärgert hatte, dass ich die Band bis zum Metal Meeting noch nie live sehen konnte. Aber das sollte sich ja nun ändern, und bei den Göttern: Daumen hoch! Der Sound war spitze und die Band fegte das Publikum hinfort. Die Darbietung war musikalisch und bühnentechnisch lobenswert und das einzig Negative, das ich sagen würde, ist das schlechte Herüberkommen der leicht progressiven Elemente, die mir an der Scheibe am besten Gefallen hatten. Ansonsten erwartete den Besucher eine volle Ladung Thrash in die Fresse, ebenfalls sehr dynamisch und freudig dargeboten. Tja, und eigentlich wollte ich mir noch NECRONOMICON anschauen, aber als wir in der Pause hinüber zum Dönermann gegangen sind, hat uns dieser so lange warten lassen, dass ich den Großteil des Auftrittes verpasst habe. Einige Fotos konnte ich noch schießen und bruchteilhaft bekam ich noch was von der Show mit, aber ich möchte mir nicht erlauben, mir mit diesen Grundlagen ein faires Urteil zu bilden. AGATHODAIMON stellten die Band dar, der ich definitiv am kritischsten gegenüberstand. Den Studiosound der Herren kann ich nämlich überhaupt nicht leiden und in die Konzerthallte ging ich beim Anfang des Auftrittes etwas maulend und mürrisch. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass mich AGATHODAIMON mit ihrem Auftritt überzeugen könnten, aber genau das ist geschehen. Wo waren die tüdelüdüdü-Sounds, wo das quietschige Herumgeträllere? Ich habe ja gesucht, aber gefunden habe ich es nicht... das Keyboard war sogar gut eingesetzt und übernahm lediglich Überleitungen und Atmosphäre - ich habe mir schon überlegt, ob es einfach zu leise eingestellt war und mein guter Eindruck gar nicht absichtlich entstanden ist. Die Band ging in ihrer Musik auch gut auf, wobei vor allem der Bassist abging wie eine Wildsau und eigentlich das tragende Element der Liveshow war, denn der Rest der Band bangte zwar fleißig, gab aber so gut wie kein Wort von sich. So enstand der Eindruck, als wenn die Band nur routinemäßig ihre Show abliefert und ansonsten alles scheißegal ist. Wie dem auch sei, die Show war meiner Meinung nach gelungen und der Sound konnte mich auch überzeugen - ich wundere mich bis jetzt darüber. Mancher fand die Darbietung etwas langweilig, aber gemessen an meinem vorherigen Eindruck lege ich da andere Schwerpunkte. Auf DESASTER hatte ich mich mit am meisten gefreut. Wurde ich enttäuscht? Ganz klar: Nein. Coole Show und der mörderischste Sound an diesem Abend. Wer schon am Boden lag, auf den wurde noch einmal kräftig eingetreten, denn DESASTER's Darbietung war absolut gnadenlos und ließ so gut wie keine Atempause. Wieder könnte ich kritisieren, dass hier und da noch ein Wörtchen hätte gesprochen werden können, denn in der Regel gingen die Songs knallhart ohne Pause ineinander über. Der Effekt war natürlich sehr nackenbrecherisch, dafür gibt es Abzüge bei der Stageshow - was solls, der Gig war schlicht und einfach geil. Ein gut gelungener Ausklang des Abends, dessen letzte Minuten ich leider, leider nicht mehr miterleben konnte, da wir unseren Zug erwischen mussten - schade! Auch die Aftershowparty hätte ich mir gerne angetan und mein zügiges Weggehen noch während des Gigs war etwas kacke. Der gute Eindruck bleibt aber so oder so.
Auch wenn dieses Metal Meeting nicht sonderlich facettenreich gewesen ist, so kann ich aufgrund der Bandauswahl nur ein Lob aussprechen. Selbst AGATHODAIMON konnten mir gefallen und so gab es kein Negativ-Erlebnis. Beim nächsten Meeting würde ich mir wieder eine größere Bandbreite wünschen, was die Bandauswahl angeht. Ansonsten gibt es meinerseits nichts zu meckern und ich kann jedem nur den Besuch des zwei Mal im Jahr stattfindenden Metal Meetings emfehlen.
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