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Ancient Spirit

Schon ihr Debüt „Reflections Of Pain“ war ein erstklassiges Thrash Album. Jetzt haben die Miltenberger Thrasher mit ihrem Zweitling „Generation : Genocide“ allerdings ein richtiges Mörderteil eingespielt, so dass es mal an der Zeit für ein kleines Interview war, welches ich mit Bassist David Helmstetter führte.

Hi Dave, gib uns doch zuerst mal ein paar Infos zur Bandgeschichte.

Die Band VERDICT wurde bereits Anfang der 90er Jahre gegründet. Bis ca. 1997 doch mehr in den klassischen Death-Metal Gefilden ansässig, sorgten diverse personelle Umbesetzungen für einen kontinuierlichen musikalischen Stilwechsel in Richtung Thrash-Metal. Das aktuelle Line-Up besteht seit 2001 und feierte eine gelungene Livepremiere auf einer Minitour mit Soul Demise, Noise Forest u. a. Im Juni 2002 wurde der erste Longplayer „Reflections Of Pain“ in Eigenregie veröffentlicht. Die Resonanzen im nationalen und internationalen Underground waren durchweg positiv, teils sogar euphorisch. Neben zahlreichen Live-Gigs in 2003 und 2004 wurde auch den Songs für die zweite Scheibe gearbeitet. Am 26.09.05 wurde der zweite VERDICT Longplayer mit dem Titel „Generation : Genocide“ über den TWILIGHT-Vertrieb ( www.twilight-mailorder.de) veröffentlicht.


Ihr habt ja gerade mit „Generation : Genocide“ euer zweites Album veröffentlicht. Wie hat denn die Fachwelt darauf reagiert?

Die Reviews waren durch die Bank gut bis sehr gut, jedoch hat sich das leider nicht positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt.


Das Dingens ist ja um einiges härter und schneller ausgefallen als der Vorgänger. Musstet ihr mal richtig Dampf ablassen oder warum knallt“s diesmal so heftig?

Bei VERDICT muss es immer knallen, jedoch haben wir nicht bewusst mehr Gas gegeben, es hat sich halt so ergeben. Grundsätzlich gehen wir nie mit der Maxime an das Songwriting, so nach dem Motto „Heute schreiben wir mal was richtig Schnelles!“ Es kommt auf die jeweilige Stimmung und Laune an, die natürlich täglich variiert.


Die Produktion hat ja einen ordentlichen Punch, wo habt ihr das Teil denn aufgenommen?

Ob Du es glaubt oder nicht, das Album haben wir selbst in unserem Proberaum aufgenommen, produziert haben wir in Kooperation mit Denis Richter (ein Kumpel von uns ).


Wie bitte?  Was habt ihr denn da für Equipment benutzt um so einen brachialen Sound hin zu bekommen, doch sicher keine Mehrspurgurke?

Also, Mehrspur war zwar schon, allerdings in digitaler Form, sprich Mischpult + PC. Wenn du die Band DEADLOCK kennen solltest (die Hardcorler bzw. Metalcoreler), die haben auch bei uns aufgenommen. Haben das zusammen mit nem Kumpel gemacht.


War schon alles im Sack als es ans aufnehmen ging, oder habt ihr noch gebastelt? Lief alles wie am Schnürchen, oder gab´s auch Probleme? Wie liefen denn die Aufnahmen?

Da hast Du jetzt aber einen wunden Punkt getroffen, die Aufnahmen liefen alles andere als reibungslos, es war eine Bastelei ohne Ende. Die Produktion war bereits in vollen Gange, da mussten wir Knall auf Fall unseren damaligen Proberaum räumen. Wir haben zwar recht schnell einen neuen Proberaum gefunden, der aber komplett renoviert werden musste. Das hat Zeit und Nerven gekostet, was sich nicht unbedingt förderlich auf den Aufnahmeprozess ausgewirkt hat. Schwamm drüber, die Scheibe ist im Kasten und nur das zählt, der Rest ist Schnee von gestern.


Habt ihr gewisse Vorstellungen beim Songwriting, oder lasst ihr es einfach laufen? Wie geht ihr in der Regel (und auch danach) an die Geschichte ran? Wie kann man sich denn eine „typische“ VERDICT Probe vorstellen?

Wie bereits kurz angesprochen läuft eine VERDICT Probe in aller Regel recht spontan ab. Es wird ziemlich viel experimentiert und es braucht einige Durchläufe bis die Songs Struktur annehmen. Es sind nahezu alle Bandmitglieder im Songwriting involviert, daher kommt es natürlich auch des öfteren zu hitzigen Diskussionen.


„Reflections Of Pain“ ging ja so´n bißchen in die KREATOR Ecke, während „Generation : Genocide“ eher etwas in die THE HAUNTED Richtung tendiert. Wie siehst du das, und wer gehört so zu euren Faves?

Ich sehe das ähnlich, jedoch haben VERDICT durchaus auch Ihre eigene Note. Alle Mitglieder haben einen recht unterschiedlichen, breitgefächerten Musikgeschmack, folglich hat so jeder seine Faves. Drastisch ausgedrückt von traditionellem Hardrock bis zum Grindcore ist alles vertreten.


Wie wichtig sind die Texte für euch, und welche Themen werden dabei verarbeitet?

Die Texte sind keinesfalls Nebensache und handeln überwiegend von Themen wie Krieg, Isolation, Frustration und Terrorismus etc., d. h. der ganze Bullshit der einem täglich in den Medien vorgekaut wird. Unsere Mucke ist der perfekte Soundtrack für solche netten Themen.


Das Coverartwork stammt ja von dir, welche Bedeutung steckt hinter den genagelten Händen?

Die genagelten Hände sind ja nur ein Teil des Covers, die Grundaussage ist religiöser Fanatismus, den wir strikt ablehnen. Es stecken jede Menge andere Details im Cover, quasi eine Art Collage, wo man sicherlich das eine oder andere hinein interpretieren kann.


Ihr habt ja mal als reine Death Metal Band angefangen. Habt ihr bewusst den Stil in Richtung Thrash Metal gesteuert, oder hat sich das mit der Zeit eher eingeschlichen?

Das hat sich mit der Zeit eher eingeschlichen. Nachdem unser Shouter Daniel eingestiegen ist, der ja definitiv kein klassischer Death-Growler ist, hat sich die Marschroute in Richtung Thrash-Metal dann endgültig ergeben.


Livemäßig scheint es ja bei euch auch ganz gut zu laufen. Was waren denn da bisher so eure Höhe- und Tiefpunkte?

Höhepunkt waren sicherlich unsere Auftritte auf dem Hanauer-Schlachtfest und auf dem Osfest-Osnabrück, wo wir mächtig abgeräumt haben. Absoluter Tiefpunkt war eine Show im Musikbunker Aachen, wo von der Organisation bis zur Show selbst, nichts aber auch rein gar nichts geklappt hat.


Ihr habt euch ja mit Twilight schon mal einen Vertrieb gesichert, haben auch schon Labels bei euch angeklopft?

Labels haben bisher leider kein Interesse bekundet, jedoch läuft die Zusammenarbeit mit unserer Vertriebsfirma Twilight sehr ordentlich.


Habt ihr, außer alles in Grund und Boden zu thrashen, noch andere Interessen?

Fussball, Bier, Parties, Movies und schöne Frauen stehen bei uns immer hoch im Kurs. SEX, DRUGS & ROCK´N´ROLL.


Was ist denn so als nächste alles in Planung im Hause VERDICT?

Aktuell schreiben wir Songs für das nächste Album und sind auch an der Livefront wieder recht aktiv, obgleich es immer schwieriger wird vernünftige Shows an Land zu ziehen. Trotz allem sind wir immer noch mit vollem Enthusiasmus dabei, es macht einfach tierisch Spaß.


Danke für´s Inti, zum Abschluss noch ein Statement?

Vielen Dank an alle VERDICT Fans für die phänomenale Unterstützung, die uns über die Jahre hinweg getragen hat.


Interview: Thomas

Layout: SasH


www.ancientspirit.de


 
   
 

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