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Delicious Bowels

Eine Thrash-Kapelle die mich in letzter Zeit total von den Socken gehauen hat, sind die süddeutschen VERDICT, die mit REFLECTIONS OF PAIN eine eigenproduzierte CD aus dem Boden gestampft hat, die im Underground seines gleichen suchen wird. Seitdem Basser, Dave mir vor einigen Tagen das Teil zwecks einer Rezension zukommen ließ, steht der Silberling bei mir an oberster Stelle und rotiert unentwegt in meinem Player. Ihr solltet Euch also nicht scheuen VERDICT mal genauer unter die Lupe zu nehmen...

Hallo Dave! Was macht die Kunst?
Hi Kai. Erst mal vielen Dank für das Interesse an VERDICT. Ja, wir sind momentan dabei neue Songs zu schreiben und sehen halt zu, daß wir die nächste Zeit noch einige Gigs zocken können um unsere CD zu promoten.

Wie bist du zum Metal gekommen?
Jaa, ich war damals im Internat und wir hatten in der Schule nen Religionslehrer der mir 2 Kassetten in die Hand drückte und meinte ich soll mir das Zeug doch malk anhören, es würde mir bestimmt gefallen. Er hatte recht, es waren die scum/ from enslavement.. von Napalm Death und die Symphony of sickness / Reek of Putrefaction von Carcass. Das waren meine ersten 2 Metal-Teile und so bin ich in diese Kreise gekommen. (GRINST)


VERDICT existieren bereits seit über zehn Jahren. Laut Bandinfo seit ihr aber erst anno 2000 mit einer 2 Track Promo aus dem Quark gekommen um auf euch aufmerksam zu machen. Was war da los?
VERDICT bestand früher aus einer komplett anderen Besetzung von der unser alter Klampfer Peter Klaucke (einziges verbliebenes Gründunsmitglied) uns im Dezember 2000 aus beruflichen Gründen verlassen hat. Früher hatten die Jungs lupenreinen Death Metal gespielt und auch ein Demo mit Namen „The Path“ veröffentlicht. Nach und nach sind dann Marius ; Daniel, unser alter Drummer Michael und ich dann dazugestoßen. Mit diesem Line-Up wurde die Musik dann immer thrashiger, wir nahmen unsere „Promo 2000“ auf und spielten u.a. mit Disbelief, Sacred Steel, Endart, Blackend...
Als uns dann Peter & Michael verließen hatten wir nicht nur das Problem, dass wir ohne zweiten Gitarristen, Drummer dastanden, sondern auch ohne Proberaum.
Dieser Mißstand löste sich dann aber glücklicherweise als Flo (Drums) mit einstieg, da er einen eigenen Proberaum inkl. Studio zuhause hat. Nach einigen Monaten konnten wir dann noch Heiko für die leere Position an der zweiten Klampfe für uns gewinnen und damit sind wir beim aktuellen Line-Up.


Erzähl uns doch mal ein bisschen was über die beiden Songs und vor allem: Wie waren die Reaktionen auf das Demo?
Die beiden Songs „Conflict“ und „Black Sea“ vom Demo stehen ja auch auf unserer aktuellen CD. Wir waren der Meinung, dass diese Songs auch noch nach 2 jahren absolut representativ für VERDICT stehen und haben sie daher (in besserem Sound) auf REFLECTIONS.. gepackt. Die Reaktionen auf die Promo waren durchweg positiv und haben uns während unserer Notpause immer angespornt weiterzumachen. Da wir das Teil eigentlich nur als Werbeteil für Konzertveranstalter aufgenommen haben waren wir eigentlich am Anfang recht erstaunt, dass; auch andere Leute die Scheibe haben wollten und dann haben wir sie halt doch rausgehauen.

Habt ihr in all den Jahren in denen Ihr nichts veröffentlicht habt, Gigs gezockt? Oder beschränkten sich Eure Aktivitäten auf gemeinsames Abschädeln im Proberaum?
Wir haben u. a. mit Bands wie DISBELIEF, ENDART, SACRED STEEL; BLACKEND; FINAL BREATH usw. gespielt. Leider nicht so oft wie wir wollten, da Peter oft im Ausland war und wir daher halt recht eingeschränkt waren.

Stell doch mal bitte in ein paar Sätzen Deine Bandkollegen vor.
Also: Unser Schreihals Daniel Baptista wird von uns allen nur „Ratte“ genannt. Bei dem HSV-Maniac wird das Rock’nRoll-Motto „SEX; DRUGS...“ kurzerhand in „Fußball, Bier & Heavy Metal“ umgewandelt. Die musikalischen Faves liegen bei Ihm irgendwo zwischen AC/DC & SLAYER
An der einen Gitarre steht Marius „Päckle“ Pack der doch eher im Death Metal a’la ILLDISPOSED; IMMOLATION verwurzelt ist und den „verstreuten saiten-hexer“ abgibt.
An der anderen Heiko „Monty“ Montkowski, der zwischen den einzelnen Musikwelten umherschwebt und seit letztem Jahr mit zu unserer Metal-Kolchose gehört.
An den Drums sitzt unser „Eistee-Junkie“ Florian Bauer, der eigentlich nur drauf wartet, dass Gene Hoglan mal mit Dani von Cradle.. ein Sideprojekt an den Start bringt.

Nach dem 2000er Demo, seit Ihr seit kurzem endlich mit Eurer 1. Vollzeitrille REFLECTIONS OF PAIN am Start. Das Teil knallt echt amtlich und muss sich in keinster Weise hinter grossen Labelveröffentlichung verstecken. In welchem Studio habt ihr das gute Stück eingeprügelt??? Denn auf dem Backcover der CD ist lediglich der Vermerk zu lesen: „produced by Denis Richter & VERDICT“. Wer zum Teufel ist Denis Richter und wie war die Arbeit bei ihm? Könnt Ihr sein Studio auch anderen Selfreleased Bands empfehlen?
Wie Eingangs erwähnt haben wir durch Flo nicht nur einen neuen Felleklopper, sondern auch stolzen Mitbesitzer eines Studios gefunden, das sich eine Tür neben unserem Proberaum befindet. Dort wurde dann auch REFLECTIONS... aufgenommen. Der andere Teil der Studiobesatzung ist eben dieser Denis Richter, der u. a. mit mir in meiner alten Band Gitarre gespielt und nach dem Split mit Flo was neues und eben auch das Studio eröffnet hat. Der Typ hat’s musikalisch total drauf. Die Atmosphäre is total Wohnzimmer-like und durchaus auch für andere Bands erschwinglich. Bei Interesse einfach ne E-mail an uns.

Beim ersten Hören von REFLECTIONS... könnte man meinen, dass Euer Proberaum direkt neben dem von KREATOR in der Zeche Karl in Essen liegt. Täuscht mich der erste Eindruck, oder ist es tatsächlich so, dass Euer Shouter, Daniel sich sowohl stimmlich, als auch von der Betonung einzelner Silben einiges von Keifzwerg Mille Petrozza abgeguckt hat? (Anm.des Verfassers: Diese Feststellung ist nicht negativ gemeint, denn Daniel klingt trotz der Ähnlichkeiten mit Mille durchaus eigenständig)
(Grinst) Den Vergleich mit Mille & KREATOR haben wir dann doch schon recht häufig gehört, was allerdings auch ein Kompliment ist. Wir stehen trotz aller musikalischen Tendenzen total auf guten Thrash und sind teilweise damit aufgewachsen, so dass u. a. Kreator einen großen Einfluss auf uns hatte, wobei wir glauben, dass unsere Musik doch recht gut für sich alleine stehen kann.


Wie müssen sich unsere Leser eine VERDICT Live-Show vorstellen? Seit Ihr eher ruhige Vertreter oder gibbet bei Euch Live so richtig eins auf die Mütze und ihr rennt Euch auf großen Bühnen gegenseitig über den Haufen und lasst Euch mit Eurem vollen Körpergewicht in die Backline fallen? (getreu dem alten EXODUS Motto, „good friendly , violent fun“, hehe)
Ich glaube, wer schon mal bei einem unserer Gigs zugegen war, kann uns echt nicht vorwerfen, daß wir arschfaul auif der Bühne stehen. „Schmeißt den Propeller an!!!“

Im Booklet von REFLECTIONS... sind die Lyrics leider nur auszugsweise abgedruckt. Allerdings lassen die paar Zeilen darauf schliessen, das Ihr Euch oft mit der dunklen Seite des Lebens beschäftigt. Wer schreibt bei Euch die Texte?
Für die Texte ist alleine unser Sänger Ratte zuständig. Er schreibt halt am liebsten über Zerstörung, Krieg und Isolation wobei man dem nicht allzuviel Bedeutung beimessen sollte. Manowar ohne Hail & Kill wären ja auch keine Manowar mehr und wer Ratte kennt weiß, was ich meine.


Ist es für Euch wichtig Eure politische Einstellung durch Eure Texte auszudrücken, oder seid Ihr genau wie ich der Meinung, das Politik und Metal nix miteinander zu tun haben?
Bei Politik ist das so eine Sache. Persönlich seh ich eigentlich schon zu, dass ich auf dem Laufenden bleibe, würde aber nie einem anderen meine Meinung eintrichtern wollen. Auf der anderen Seite finde ich schon, das man Mißstände in der Gesellschaft auch in der Musik anprangern sollte, solange man objektiv bleibt. Ich bin seit langem der Meinung, das Metal, insbesondere Thrash und Death, zu den ehrlichsten Stilen überhaupt gehört, da es nicht nur um Friede, Freude, Eierkuchen geht, sondern auch kritische Themen behandelt werden, die allgegenwärtig auf uns einprasseln, wie z.B. der ganz normale Kleinkrieg, der auf Kurz oder Lang, jeder im persönlichen Umfeld zu spüren bekommt.

Man hört REFLECTIONS.., obwohl es Eure erste offizielle V.Ö. ist an, dass Ihr alle keine Neulinge an Euren Instrumenten seid und durchaus wisst, wie Ihr Riffs und Breaks gezielt, geschickt einsetzen müsst um daraus einen kompakten Song zu basteln. Wie lange spielt Ihr schon Euer jeweiliges Instrument? Seid Ihr Autodidakten oder nehmt Ihr alle fleissig Unterricht?
Da wir alle schon in anderen Bands gezockt haben, glauben wir jetzt mitlerweile zu wissen, wie sich unser Sound anhören soll und dementsprechend versuchen wir unsere Songfragmente so zu setzen, wie wir sie am effektivsten einsetzen können um möglichst abwechslungsreich, aber auch aggressiv zu sein. Ganz geanau kann ich dir ehrlich gesagt gar net sagen, wie lang sich jetzt jeder schon an seinem Instrument abmüht, aber man lernt ja eh nie aus.

Letztes Jahr hattet Ihr die Möglichkeit mit SOUL DEMISE und NOISE FOREST zu touren. Wie lief die Tour für Euch? Volle Clubs, gute Stimmung und blutige Nasen vor der Bühne? Gib doch bei der Gelegenheit doch auch gleich mal ein paar Tour Anektoten zum Besten.
Volle Clubs, naja, es war halt eine selbstorganisierte Minitour auf der übrigens noch die FALLEN SAINTS mitvertreten waren.
Für unser neues Line- up war das sozusagen die Feuertaufe, da wir so vorher noch nie gemeinsam auf der Bühne standen und ja vorher erst unsere 2 Neuzugänge eingearbeitet haben. Der erste abend in Zwickau wurde leider von einem ziemlich üblen Wintereinbruch überschattet, der zur Folge hatte, dass sich leider nicht so viele Zusachauer ins Alarm verlaufen haben wie angenommen. Die Aftershow-Party war allerdings nicht von schlechten Eltern (sorry, keine Details).
Den Abschluß der Tour krönte die Geburtstagseinlage für Noise Forest Klampfer Orhan, in der Berliner Garage, wobei Sänger Boris, einen Ritualmord an einer Bier-und Herpescreme-verseuchten Banane beging um sich damit dann diese kleine Fangopackung ins gesicht zu schmieren.
Fazit der Tour
„Sex, Drugs & R’n`R!!!!!“

Was muss ein Veranstalter für euch berappen um Euch für einen Gig zu buchen?
Es kommt immer ganz drauf an wo die Gigs stattfinden und wie die restlichen Konditionen aussehen. Es ist halt nicht mehr so wie früher (laut Ratte), dass man mit mehreren Hundert Mark (heute natürlich Euro) rechnen kann. Natürlich ist es für eine Band auch nich gerade schön, wenn man nicht mal die Unkosten durch die Gage decken kann. Wir regeln das eigentlich immer recht individuell.

Wann gibt es endlich VERDICT Merchandising???
Ich bin gerade dabei mir Gedanken übers Design von T-Shirts zu machen, das wir über kurz oder lang dann anbieten können. Erst muss ma wieder Geld in die Kasse, hahaha.


Wie sieht Eure Zukunftsplanung aus?
Wir hoffen halt erst mal auf gute Resonanzen was die CD betrifft und sehen halt zu, dass wir noch einige Konzerte demnächst reißen können. Also Veranstalter: Wir brauchen GIGS, GIGS ,GIGS...

Willste noch was an unsere Leser loswerden?
Ich hoffe Ihr seid etwas neugierig geworden und checkt mal unsere aktuelle CD „REFLECTIONS OF PAIN“ an. Schaut doch mal auf unsere Homepage www.verdict.de vorbei.

Vielen Dank, Dave, das Du dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.


www.delicious-bowels.de


 
   
 

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