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Klasma

Hey Dave! Wie lebt sich´s jetzt als Rockstar, mit ´ner Platin-CD in der Tasche? Schon ordentlich Groupies vernascht?

Hi Micha!!

Erstmal danke für das Interview und das Interesse an VERDICT!! Platin CD? Rockstar? Groupies? Wie schreibt man das??? hehehe Wir sind doch kein Kommerz!! (Grins). Ne, Spaß beiseite: Im Moment kann ich mich eigentlich nicht beschweren. Das neue Jahr fängt für uns recht gut an. Da wir 2005 damit beschäftigt waren die neue CD auf den Markt zu bringen, hoffen wir, dass wir nun die Früchte ernten können.


Erzähl mal was zu den Typen, aus denen sich Verdict heute zusammensetzt? Siehst Du das jetzige Line-up als stabil an?

Ja, das VERDICT Line-Up sehen wir absolut als stabil an. Da sich in der Vergangenheit das Besetzungskarussell doch recht häufig gedreht hat und von der Ur-Besetzung niemand mehr dabei ist, sieht´s doch so aus, als ob sich da ein recht lustiger und teils kaputter Haufen zusammengefunden hat.
Unser Line-Up liest sich wie folgt:

Marius Pack / Heiko Montkowski - Gitarren
Daniel „Ratte“ Baptista - Gesang
Florian Bauer - Drums
Dave Helmstetter - Bass

Was soll ich zu den Chaoten sagen? Nun, Marius, Ratte und ich waren schon beim alten Line-up dabei, als noch Bandgründer Peter Klaucke mit von der Partie war. Nachdem Peter und unser damaliger Drummer Michael die Band verließen (aus beruflichen und persönlichen Gründen) haben wir mit Drummer Flo und Heiko an der Klampfe zu Glück (mehr als adäquaten) Ersatz gefunden. Ansonsten hätten wir VERDICT damals zu Grabe tragen können. Mit beiden hatten wir schon in älteren Bands gezockt, bzw. wussten wir, dass sie schon früher auf die Musik abgefahren sind.


Wenn ich das richtig einschätze, sind die Pressekritiken zu „Generation : Genocide“ durchweg sehr gut ausgefallen. Hat sich das positiv auf den Plattenabsatz ausgewirkt?

Da hast du recht!! Über die Reviews zur Scheibe können wir absolut nicht meckern. Is einfach geil, wenn man liest, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat. Über den Absatz lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht viel sagen, da wir noch keine Zahlen auf dem Tisch haben. Das wird sich dann weisen.


Wenn auch der Grundton eures Album ein oldschooliger welcher ist, sind doch einige moderne Elemente zu erkennen. Stimmst Du zu, wenn ich z. B. „Confession“ und „Slavery“ als sehr modernen Thrash bezeichne?

Naja, als sooo Old-schoolig würde ich unseren Sound jetzt nicht beschreiben. Aber es ist schon was Wahres dran. Wir spielen halt Thrash-Metal, wie wir drauf Bock haben. Uns ist es eigentlich egal, ob wir so kategorisiert werden, aber du hast absolut recht, wenn du meinst, modernere Elemente zu finden. Bei „Confession“ z. B. haben wir uns ja auch nicht davor gescheut ruhige und schleppende Passagen einzubauen, wobei beim Opener „Trail of Terror“ sogar mal ein bisschen „geblastet“ wird. Wir haben einfach verschiedene Einflüsse und bringen sie in den Songs unter.


Die Titel der Verdict-Songs sind zwar sehr explizit (Trail of terror, Killing spree). Sind die Texte dann auch in der Schnittmenge von Gewalt und Blutvergießen angesiedelt? Wer verzapft die Lyrics?

Für die Texte ist Sänger Ratte zuständig. Wir reden ihm da auch nicht wirklich rein.hehe Grober Umriss über den inhaltlichen Sinn: Krieg, Zerstörung, Terror und Isolation. Die Texte haben zwar teilweise realistische Hintergründe: „ON TE RUN“ handelt z. B. von diesem Scharfschützen, der Amerika unsicher gemacht hat. „TRAIL OF TERROR“ wie der Name schon sagt von der Scheiße, die im nahen Osten abgeht usw. aber man sollte das alles nicht zu bierernst nehmen. Für die GORE- und METZEL-Lyriks sind andere Bands zuständig.


Zieht sich durch das Album ein „roter Faden“, ist es sowas wie ein Konzeptwerk?

Wenn man die oben genannten Grundthemen zu Grunde legen will, kann man sich schon ein Konzeptalbum zusammenbasteln. Ist allerdings nicht beabsichtigt gewesen. Aggressive Musik braucht aggressive Texte (Extreme Aggression sozusagen.hehe)


Verdict gibt´s ja schon seit weit mehr als zehn Jahren. Zwischen ´93 und dem Jahrtausendwechsel gab es aber nicht eine Veröffentlichungen. War die Band aufgelöst, auf Eis gelegt oder wie? Was waren die Gründe?

Zu diesem Zeitrahmen kann ich dir persönlich leider nicht sehr viel sagen, da ich erst ´97 VERDICT gestoßen bin. Aber wie bereits erwähnt, wurden oft Musiker ausgewechselt und die Band war demnach zwischendurch komplett auf Eis.


Ist ja schon etwas seltsam, wenn keines der Gründungsmitglieder mehr in der Band ist. War das mal irgendwie ein Problem für euch? Gab´s mal Überlegungen, den Namen zu wechseln?

Nein!! Da wir mit Peter, der den Namen VERDICT angebracht hat ein sehr, sehr gutes Verhältnis haben, stand das nie zur Debatte. Zum Glück. Musikalisch hat sich zwar viel verändert, allerdings war dieser Prozess eher schleppend und nicht von heute auf Morgen, dass sich nie einer dran gestört hat, dass VERDICT nun anders klingen.


Lass bitte ein paar Sätze zu den Releases seit 2000 ab. Hatte euer erstes Album „Reflections of pain“ eure Erwartungen erfüllen können?

2000 haben wir nur ´ne 2 Track-promo aufgenommen, die wir allerdings verdrängt haben.hehe Die beiden Stücke „Black Sea“ und „Conflict“ sind dann auf „REFLECTIONS OF PAIN“, das 2002 veröffentlicht wurde, neue eingespielt und ein ganzen Zacken schneller aufgenommen worden. „REFLECTIONS ...“ war für uns in soweit wichtig, weil wir wissen wollten, ob unser Stil überhaupt ankommt. Und die Resonanzen haben uns sehr bestätigt.


Da eventuell einige wenige Leser euern Erstling nicht kennen, was waren die Unterschiede zur aktuellen Scheibe? Habt ihr eigentlich die ganzen drei Jahre an „Generation : Genocide“ gewerkelt?

Ich würde mal sagen, der größte Unterschied der beiden Scheiben liegt in der Geschwindigkeit. „G:G“ hat doch deutlich mehr Tempo als der Vorgänger und die verschiedenen Elemente unseres Sounds wurden besser ausgearbeitet. Außerdem ist die Produktion um einiges fetter geworden als auf „REFLECTIONS ...“.
In den drei Jahren ist einiges geschehen, das die Arbeit zu „Generation : Genocide“ erheblich erschwert hat. So hatten wir mit einen großen Teil der Zeit damit verbracht uns nach einem neuen Proberaum umzusehen mit anschließendem Umbau. Da wir die CD selbst produziert haben mussten die Rahmenbedingungen erst einmal hergestellt werden.


War der Wechsel vom Death zum Thrash Metal ein langer Weg und nur auf Besetzungswechsel zurückzuführen? Einige Elemente aus dem Death-Metal-Bereich habt ihr euch noch erhalten können.

Den größten Anteil an dem Wechsel hat definitiv unser Sänger. Als es damals darum ging den Posten neu zu besetzen, wollten wir keinen Death-metal-shouter, da wir mit Marius, (der früher die Doppelbelastung Gesang/Gitarre hatte) einen sehr geilen Sänger hatten, aber alle waren sich einig, das etwas neues her musste. Der Deathmetal-Faktor spielt allerdings immernoch eine große Rolle für uns. mal ehrlich: wo hört ein Thrash-Riff auf und fängt ein Death-Riff an??


Sind euch Vergleiche mit Kreator oder anderen teutonischen Thrash-Bands eine Ehre oder mehr lästig?

Kreator haben definitiv einen sehr großen Einfluss auf unseren musikalischen Geschmack genommen. Ich würde aber sagen, dass sich „Generation...“ nicht mehr allzusehr in der Kreator-Ecke ansiedelt. Es ist schon cool, wenn man mit den „HELDEN“ von früher verglichen wird, solange die Eigenständigkeit anerkannt wird und man nicht als Klone abgestempelt wird. Das ist uns bisher zum Glück erspart geblieben. Liegt wohl an den verschiedenen Einflüssen der Bandmitglieder.


Was ist für Dich das Wichtigste an einem guten Thrash-Song?

Aggression, Feeling, und Ideen. Dann kann man auch mal über den Tellerrand hinausschauen.


Eure Homepage besticht durch die Feststellung, dass der „Underground“ der der „erste Weg zur Spitze“ ist. Meinst Du, dass viele Bands das einfach vergessen (oder vergessen haben) und den zweiten vor dem ersten Schritt machen wollen?

Das ist gut möglich. Will ja niemandem was unterstellen. Ich denke, jeder solle wissen, was er will und was er kann. Ich behaupte mal einfach, wenn man klein anfängt weiß man den Erfolg eher zu schätzen.


Im Titeltrack vermeine ich, fast Ansätze zu einem politischen Statement zu erkennen. Was hältst Du von Politik im Metal?

Wie gesagt, da müsstest du Ratte am besten selbst mal fragen. Ich schreibe niemandem vor was er zu denken, zu fühlen hat, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Allerdings hab ich ein Problem damit, wenn durch Musik Minderheiten angegriffen und durch hohle Phrasen die Leute aufgehetzt werden. Allerdings muss man auch dazusagen, dass niemand gezwungen wird die eine oder andere Band zu hören. Erschreckend finde ich, wie wenig kritisch sich manche „Fans“ mit solchen Sachen auseinandersetzen. Aber das gilt schließlich nicht nur für die Metal-Scene.


Für den Vertrieb von „Generation  : Genocide“ habt ihr euch Twilight geangelt. War es euch besonders wichtig, die Scheibe von einem größeren Distributor unter die Leute bringen zu lassen?

Bei Twilight haben wir das Gefühl, dass uns geholfen wird VERDICT bekannter zumachen. Dazu gehört natürlich auch die entsprechende Logistik. Früher haben wir uns noch selbst um die ganzen Belange wie Mailorder, Reviews usw. gekümmert. es ist schon eine Erleichterung.


Kam vor dem Release einfach kein Labelvertrag zustande, oder habt ihr euch nicht großartig darum gekümmert?

„REFLECTIONS ...“ haben wir ausschließlich an Zines verschickt und verkauft. Wir wollten erstmal abwarten. Mit „Generation : Genocide“ war für uns der Zeitpunkt da, um einen Schritt weiter zugehn. Wir haben Promos an Labels verschickt und nach reichlicher Überlegung entschieden wir uns für TWILIGHT, da deren Angebot für unsere aktuelle Situation am Besten ist.


Könnt ihr euch vorstellen, in nochmal zehn oder zwölf Jahren immer noch auf der Bühne zu stehen?

Dann bin ich knapp 40. da geht noch was!!!hehehe Slayer sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Oder Lemmy!!


Dröhnt ihr euch alle ständig mit Thrash-Mucke zu? Oder gibt´s bei den Verdict-Jungs unterschiedliche Geschmäcker?

Nein, unser Musikgeschmack ist teilweise sehr verschieden und dadurch breit gefächert. Wenn man uns Fünf in einen Topf schmeißt kommt wohl ´ne Liste raus, die mit AT THE GATES anfängt und mit ZAPPA aufhört. Wir sind da schon flexibler.


Wie sieht´s bei Verdict an der Live-Front aus? Zufrieden mit der Situation?

Das Jahr ist noch jung. Im Moment läuft´s ganz gut. Ich hoffe, dass noch viele Termine dazukommen werden, da wir extrem gerne live zocken.


Müssen wir jetzt eigentlich wieder so lange warten, bis ihr uns ein neues Machwerk vor die Rübe knallt?

Wir sind fleißig beim Songwritting. Ob es wieder solange dauert kann ich heute noch nicht sagen. Wir wollen auf keinen Fall einen Schnellschuss abfeuern und daher wird dieses Jahr bestimmt noch nix. (Grins)


Habt ihr schon Pläne, was die kommende Open-Air-Saison für die Band bringen soll?

Klar!! Am besten ´nen Haufen VERDICT-Gigs.hehe Ich freu mich schon wieder tierisch auf die Festival-Saison. Gibt doch fast nix besseres, oder?


Ich danke für´s Interview! Letzte Worte?

Danke an dich Micha!! Ja, Leute besucht unsere Page www.verdict.de und kommt mal auf ´nem Konzert von uns vorbei. Und legt euch „GENERATION : GENOCIDE“ zu. Es lohnt sich!!!

In diesem Sinne:

KEEP on THRASHIN´!!!!


 
   
 

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